Meilensteine bisheriger Aktivitäten

Altbautage Mittelrhein 2013 (Bericht)

Datum: Samstag/ Sonntag 26.-27.01.2013
Ort: Debeka-Hauptverwaltung, Ferdinand-Sauerbruch-Straße 18, 56068 Koblenz
Veranstalter: Bau- & EnergieNetzwerk (BEN) Mittelrhein e.V. in Kooperation mit Debeka Bausparkasse AG, Stadt Koblenz und Landkreis Mayen-Koblenz

Der Bericht mit Fotoauswahl steht am Seitenende (s. unten) auch als pdf-Datei zum Download bereit.

"Ich habe ein Haus geerbt und möchte es modernisieren, aber dabei auch Energie sparen. Wen kann ich fragen, wie ich das machen soll?“ „Wann lohnt sich eine energetische Sanierung – und was kostet das?“ Das sind nur zwei von vielen Fragen zur Modernisierung älterer Wohngebäude, die am letzten Januarwochenende von den Besuchern der vierten „Altbautage Mittelrhein“ an die Veranstalter und Aussteller in der Debeka-Hauptverwaltung in Koblenz gerichtet wurden. Exakt 1350 Besucherinnen und Besucher wurden gezählt, wobei in diesem Jahr viele junge Familien mit Kindern darunter waren - deutlich mehr als in den Vorjahren. 34 Aussteller standen im Foyer und der Mehrzweckhalle der Debeka bereit, um ihre Produkte und Dienstleistungen vorzustellen und auf die Fragen der Besucher zu antworten; die Ausstellungsfläche war damit ausgebucht. Im Foyer präsentierten sich neben dem Bau- und EnergieNetzwerk (BEN) Mittelrhein die Architektenkammer Rheinland-Pfalz sowie die Energieagentur und die Verbraucherzentrale des Landes. Hier standen die Themen Planung, Beratung und Förderung von Modernisierungsvorhaben im Vordergrund. Der Infostand des BEN Mittelrhein wurde ergänzt von einem Beratungsangebot der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz zum Solarkataster. Wer sich mit dem Gedanken trug, eine Solaranlage auf dem eigenen Dach zu errichten, konnte die Eignung des Daches für Photovoltaik oder Solarthermie „online“ prüfen lassen.

Während am Samstag, 26. Januar der Besucherstrom nicht abriss, war der Andrang am Sonntagvormittag zunächst nicht so groß wie samstags, was viele mit einer Glatteis-Warnung des Deutschen Wetterdienstes in Verbindung brachten. Die Ausstellungsstände in der Mehrzweckhalle waren trotzdem gut besucht, bei einigen mussten Interessierte sogar Wartezeiten in Kauf nehmen. Die regionalen Energieversorger KEVAG und EVM GmbH, regionale Planer und Energieberater, Handwerksfirmen, Baustoff- und Bauelemente-Anbieter, Sanierungs- und Solarfirmen sowie die Debeka Bausparkasse als Baufinanzierer hatten alle Hände voll zu tun. „Wir haben viele und sehr gute Gespräche gehabt“, so lautete das einhellige Fazit der Aussteller zum Abschluss, und viele wünschen sich die Fortsetzung der „Altbautage“: „Wir sind im nächsten Jahr auf jeden Fall wieder mit dabei.“ Auch die Besucher lobten die „Altbautage“ als gelungen und informativ. „Wegen der Kontaktmöglichkeiten gehört diese Veranstaltung zum Besten auf diesem Gebiet, was Koblenz zu bieten hat“, gab ein Besucher als Feedback zurück, und: „Eine sehr gute Veranstaltung, die wiederholt werden sollte!“, formulierte ein weiterer Besucher.

Die gute Bewertung wird auch deutlich in der überaus großen Resonanz, die das Rahmenprogramm fand. Mehr als 950 Teilnehmerinnen und Teilnehmer weist die Bilanz für die an den beiden Veranstaltungstagen angebotenen dreizehn Fachvorträge, vier Praxisvorführungen, eine Expertenrunde und zwei Aufführungen mit einem „Energiedieb bei der Arbeit“ aus. Das Thema Wärmedämmung lag dabei ganz vorne. Am Samstag kamen fast 70 Zuhörer zum Vortrag „Wieviel Wärmebrücke verträgt Ihr Haus? Keine Sanierung ohne Begutachtung!“ des Energieberaters Helmut Tibes aus Gering, und bei der Praxisvorführung „Wärmedämmung mit System“ durch den Malerbetrieb Alt aus Rhens nahmen mehr als 60 Interessierte teil. Mit seiner Präsentation „Das A und O eines WDV-Systems. A wie Angebot und O wie Objektplanung“ stellte Sebastian Alt  vor, welche Positionen bei der Angebotseinholung für ein Wärmedämmverbundsystem wichtig sind und welche Details in jedem Fall gut geplant werden sollten. Sein Fazit nach der anschaulichen Erläuterung der einzelnen Bestandteile eines WDV-Systems: „Es wäre Wahnsinn, nicht zu dämmen!“

Am Sonntag war das Interesse mit 65 Zuschauern ebenfalls groß, als Dachdecker- und Zimmermeister Gunther Thiele aus Koblenz einen Detailanschluss bei der energetischen Dachsanierung vorstellte. Er demonstrierte an einem Modell, wie bei einer Aufdachdämmung ein WC-Lüfter fachgerecht durch die Dämmung geführt und angeschlossen wird. „Es gibt inzwischen sehr gute Produkte auf dem Markt, die es dem Handwerker leicht machen, die Anforderungen zu erfüllen – sie sollten aber auch verwendet werden“, so Thiele. „Denn auch bei der Dämmung des Dachs gilt, dass eine nicht-fachgerechte Ausführung zu Schäden führen kann, und sei es ´nur´, dass die Wirkung der Dämmung vermindert wird.“ Sehr viele Besucher hatten auch am Sonntag Informationsbedarf zur Dämmung der Wände. Die Vorträge „Außendämmung oder Innendämmung: welche Dämmung kommt in Frage?“ des Beratenden Ingenieurs Dieter Linden aus Saffig sowie „Innendämmung für Gebäude mit erhaltenswerten Fassaden“ und die Praxisvorführung „Innendämmung mit Holzfaserdämmplatten“ des Lehmbau-Sachverständigen Gerd Meurer aus Koblenz zeigten dies mit Teilnehmerzahlen von jeweils um die 100!

Probleme in Altbauten durch Feuchtigkeit und Schimmel lagen an zweiter Stelle des Besucherinteresses. Einen guten Überblick über die Ursachen und die Sanierung von Feuchtigkeitsschäden an Gebäuden gab Wieland Ludwig, Fachmann für Abdichtungstechnik aus Nordhofen. Praktisch und anschaulich stellte auch Michael Thiesen in seinem Vortrag „Hilfe! Schimmel! – Was tun?“ vor, unter welchen Voraussetzungen Schimmel entsteht und welche Abläufe bei der Sanierung vom Umweltbundesamt festgelegt sind. Der Baubiologe aus Höhr-Grenzhausen rät: „Hände weg von Desinfektionsmitteln!“ und betonte, dass dies auch vom Umweltbundesamt so gesehen wird. Auch die Vorträge zu den weiteren Themen wie Heizung, Förderung, Baufinanzierung oder Solarenergie fanden eine große Zuhörerschaft.

Im Eingangsbereich erhielten die Veranstalter Unterstützung vom Berater für nachhaltige Entwicklung Werner Sahli von der Berufsbildenden Schule Montabaur. Groß und Klein konnten bei ihm „Energie erleben“: mit dem Energiefahrrad erstrampelten Besucher so viele Wattstunden, dass mit dem über einen eingebauten elektrischen Generator erzeugten Strom verschiedene Leuchten- und Lampentypen, ein Radio und sogar ein elektrischer Wasserkocher ohne Strom aus der Steckdose direkt betrieben werden konnten. „Bei den LED-Lampen musste ich mich kaum anstrengen, bei den anderen Lampen schon etwas stärker!“, so ein sportlicher Teilnehmer, der als Belohnung für 90 Sekunden Einsatz einige Gummibärchen erhielt.  „So viele hat er eigentlich gar nicht verdient, denn die von ihm erzeugte Energie entspricht umgerechnet in ´Bioenergie´ gerade mal ein bis zwei Gramm Gummibärchen – aber wir haben keine kleineren Packungen“, erklärte Werner Sahli den Umstehenden schmunzelnd. Beim Betasten von Fühlsteinen spürten auch die Kleinen, dass sich manche Steine wärmer als andere anfühlten. Obwohl der Pflasterstein nachweislich - mit der Wärmebildkamera gemessen - mit 22 Grad Celsius dieselbe Oberflächentemperatur aufwies wie der Porenbetonstein fühlte er sich kälter an als dieser. „Das liegt an den vielen Lufteinschlüssen im Porenbeton“, erläuterte Sahli. Dass der dämmende Effekt des Porenbetonsteins weg ist, wenn er feucht wird, demonstrierte Sahli eindrücklich an einem Beispiel: „Der durchfeuchtete Stein kommt bei unserer Raumtemperatur hier von 22 Grad gerade mal auf 16 Grad und fühlt sich auch richtig kalt an. Das ist für die Wärmedämmung von Wänden oder Dach bedeutend“, machte Sahli den Wissbegierigen die Zusammenhänge klar.

Was nahmen die Besucher der „Altbautage“ mit nach Hause? „Nicht ganz so viele Prospekte wie ich es bei anderen Messen beobachtet habe, sondern Beratung“, so einer der Aussteller. „Zu uns kamen vor allem Leute mit gezielten Fragen, die wir beantworten konnten.“  Und welche Antwort hat der junge Mann erhalten, der ein altes Haus geerbt hat und wissen wollte, wie er die energetische Modernisierung anpacken soll? „Ohne eine Energieberatung sollte ich das nicht tun. Ich werde deshalb eine Energiesparberatung vor Ort durchführen lassen, bei der ich ein ausführliches Gutachten mit Maßnahmenempfehlungen und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung für verschiedene Varianten erhalte – und das wird sogar staatlich gefördert.“

Renate Michel
Bau- & EnergieNetzwerk (BEN) Mittelrhein e.V.

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Abschlussveranstaltung der Dorfmoderation Kottenheim

mit Informationen zur Modernisierung von Wohngebäuden sowie Energieberatung

Datum: Samstag, 28.04.2012, 14:00 - 18:00 Uhr
Ort: Bürgerhaus, Schulstr. 12, 56736 Kottenheim
Veranstalter: Ortsgemeinde Kottenheim in Kooperation mit BEN-Mittelrhein e.V., Kreisverwaltung Mayen-Koblenz und Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz.

kottenheim

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